Zeit in der Opferecke
Konkret geht es um ein taubstummes Päarchen, dass per Präimplantationsdiagnostik und künstlicher Befruchtung zu einem taubstummen Kind kommen möchte. Plötzlich ist die Aufregung groß. Für die Times ist “Die Wahl eines tauben Babys ein Verbrechen” und auch andere Kommentare sind nicht gerade zimperlich in ihrer Wortwahl.
Auch im Leser_innenforum geht es ab. Wer absichtlich ein gehörloses Kind zeugt, der handele aus “verbrecherischem Egoismus”. Andere Normalistaner machen sich dann auch schon Gedanken, dass die behinderten Kinder irgendwann auf ihrer Tasche liegen, schließlich haben sie “ehrlich keine Lust, für die sture Selbstverwirklichung anderer Leute aufzukommen.” Dass sie nicht für alle behinderten Kinder dieser Welt Geld bezahlt, kommt der Schreiber_in dabei offensichtlich nicht in den Sinn. Spannend, dass man nur das Wort Behinderung sagen muss und schon fassen sich manche Leute ans Portemannaie. Ob dieser Reflex unter Medziner_innen schon einen Namen hat?
Wir wissen es nicht. Aber Otto-Normalistanerin weiß was. Nämlich: “Behindert zu sein ist wohl seltens etwas was betroffene Personen als toll empfinden.” (Schreibweise des Originals beibehalten)
Also wenn schon “selektieren,” dann bitte nur in eine Richtung.
Recht auf Behinderung? auf www.zeit.de
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